… schmecken verdammt bitter!  Und manchmal bleiben sie einem förmlich im Halse stecken, dass man glaubt, daran zu ersticken.

Selbstreflextion ist ein schmerzhafter Prozeß. Aber ich stelle langsam fest was ich will und was nicht. An dem, was ich will, ändert sich nichts. Aber ich bin nicht mehr bereit, jeden Preis dafür zu bezahlen. Ich will meinen Stolz zurück und ich will ihn erhobenen Hauptes zur Schau tragen. Ich will nach wie vor Zuneigung, Liebe, Anerkennung und Nähe. Aber ich will sie geschenkt bekommen um meiner Selbst willen. Ich will weiterhin alles geben für eine Partnerschaft…  aber weil es mit Freude, wie ein Geschenk, angenommen wird. Ich will nicht mehr alles geben und alles für einen Menschen tun DAMIT er mich liebt, sondern WEIL er mich liebt.

Und ich will eine seelische Laserbehandlung. Ich will, dass das Tattoo auf meiner Stirn, auf der geschrieben steht „Nutz mich aus und spiel mit mir“ verschwindet. Ich will die Stärke nach außen tragen, die meinem Gegenüber vermittelt, da ist eine tolle Frau…  aber wenn Du die haben willst, musst Du darum kämpfen.

Ich will die Arroganz einer Frau, die weiß, dass sie  attraktiv und gescheit ist.

Ok, gesagt wird mir das häufiger. Also das mit der Attraktivität…  und dass ich was im Kopf habe weiß ich selber. Aber tief in mir drin bin ich immer noch die kleine graue Maus aus lange vergangenen Tagen, die niemandem ins Auge fällt. Und das will ich verlieren.

Und wenn ein Mann mich nicht will, dann will ich nicht mehr in Trauer versinken, sondern nur denken, wenn Du mich nicht willst hast Du mich nicht verdient. Ich will erobert werden auf Augenhöhe. Ich will nicht mehr in Selbstaufgabe übergehen, wenn mir ein Mann sagt, dass er mich toll findet. Sonst findet er mich ja gar nicht wieder.

Ich will in meinem Inneren die Stärke entwickeln, die mir von außen nachgesagt wird. Ich will Bewunderung!!

Ganz schön arrogant oder?

Das dumme, törichte kleine Ding in meiner Brust ist bei dieser Erkenntnis praktisch vor Schreck ins Koma gefallen. Es fühlt sich gerade, wie der Chef, der die Firma aufgebaut hat und dann in Pension geschickt wird, weil ein junger Mann von der Uni kommt und die Firma übernehmen soll.

Der Bauch, der sonst immer was zu sagen hat, hüllt sich in Schweigen. Sonst weiß er alles, im Moment weiß er nichts. Er weiß die Situation überhaupt nicht mehr einzuschätzen und vergräbt sich in Schweigen.

Aber ganz tief in meinem Innern wachsen Optimismus und Kampfkraft. Die Lethargie fällt von mir ab. Und so habe ich heute endlich all das geschafft, was ich schon die ganze Woche erledigen wollte. Ich fühle mich, als würde ich erwachen und wieder zu Leben beginnen.

Noch ist dieses Pflänzchen meiner Selbst nur klein und zart. Und noch geht es schnell kaputt. Die Fragen heute beim Friseur nach Plänen für Weihnachten und Silvester, die Frage ob ich inzwischen einen neuen Freund habe…  all das waren kleine Rückschläge. All das ist noch am Stolz vorbeigehuscht und mit Wucht im Herzen eingeschlagen und weh zu tun. Aber der Stolz wächst wieder. Und ich will, dass er in ungekannte Höhen heranwächst.

Es ist Zeit für einen Umbruch…  in jeder Beziehung…  und ich hoffe, ich halte das aus und durch!!

Und die Abschiede…  die kann ich mir eigentlich klemmen. Warum soll ich Abschied nehmen von Menschen, denen ich nicht das bedeute, was sie mir bedeuten?? Warum soll ich sie auch noch darauf hinweisen, dass sie Ruhe vor mir haben, nur weil sie mir weh getan haben. Das wäre keine Befreiung sondern einen Demütigung meiner Selbst.

Wenn ich es durchhalte hat der Countdown eigentlich seinen Sinn verloren…  aber da ich ja bekanntlich ausgeprochen wankelmütig bin, lass ich ihn laufen.

Falls das hier alles gerade völlig abgehoben und totaler Mist ist, kann mich dann bitte mal jemand darauf aufmerksam machen???

 

Countdown: 19 Tage, 3 Stunden und 52 Minuten