Feuerengel

Die mit dem Schicksal tanzte

Tag: 17. November 2009

Hier spukts!

Ich wohne ja hier in einer Altbauwohnung. Das Haus wurde irgendwie während oder kurz nach dem ersten Weltkrieg gebaut. Und da das Haus relativ nah am Wasser/Hafen steht, steht es natürlich auch nicht mehr ganz grade.

Dadurch haben die Türen die Angewohnheit, dass sie entweder zufallen oder aufgehen. Das ist bei der Badezimmertür sehr unpraktisch. Immerhin stehen dort die Katzentoiletten und da meine vierpfotigen Mitbewohner zum Glück nie gelernt haben, wie man Türen öffnet, habe ich vor der Tür einen ziemlich massiven Türstopper.

Ab und an habe ich mich immer schon gewundert, warum die Tür im Laufe des Tages immer weiter offensteht und der Türstopper immer weiter rutscht. Eigentlich bin ich immer davon ausgegangen, dass die Katzen ihn einfach nach und nach immer weiterschieben. Wäre ja auch nicht schlimm…  Hauptsache sie fällt nicht zu!!

Ab und an kann man sogar hören wie die Tür weiter aufgeht. Weil der massive Türöffner dann über die Fliesen schubbert. Aber auch dann habe ich immer nur vermutet, dass eine Katze auf dem Weg ins Bad oder auf dem Rückweg ist.

Bis Sonntag!! Während ich mich an Kaffee 2.0 festhielt und bei dem Versuch wach zu werden meine Emails durchsah hörte ich wieder das Geräusch, das der Türstopper verursacht, wenn er über die Fliesen rutscht.

Aber es war mit Sicherheit keine der Katzen. Die lagen nämlich alle in Sichtweite und schliefen den Schlaf der Gerechten.

Ab und an geht auch einfach die Tür vom Gäste-WC auf…  auch wenn sie richtig zu war….  

Stellt sich nur noch die Frage, wer hier spukt….  

 

Wiedergefunden

Am Wochenende war ich bei meinen Eltern und habe mal wieder einige meiner eingelagerten Kartons durchgeschaut. Vieles ist in den Müll gewandert, einiges auf die Zu-Verkaufen-Liste gewandert und einiges ist in andere Kartons umgezogen weil ich mich einfach nicht davon trennen mag.

Unter anderem viel mir eine alte Keksdose in die Hände. Es ist eine von zwei Dosen aber die andere hab ich noch nicht gefunden. Jedenfalls ist diese Dose voller alter Briefe. Die sind alle so zwischen 25 und 20 Jahre alt.

Lang lang ist’s her. Damals, vor so ca. 25 Jahren, als noch keiner einen PC hatte und niemand etwas über Internet, Emails, Chat oder sonstwas wußte. Ja wir hatten das wirklich schwer in unserer Jugend. Wenn wir mit fremden Menschen kommunizieren wollten war das ganz schön aufwendig. Nicht nur, dass man fremde Menschen die weiter weg lebten nur schwer kennenlernen konnte, das ging meist nur über Umwegen weil irgendjemanden jemanden kannte der jemanden kannte…   Nein!! Wir mussten damals tatsächlich mit Stiften, Füllern oder Kulis schreiben. Ich meine so richtig auf Papier!!! Nix mit Monitor und so….  neee neeee *kopfschüttel*   Damals gab es junge Mädchen (ich war mal richtig richtig jung *lach*) wie mich, die sich sogar extra buntes Briefpapier kauften.  Damals war das sogar so, dass man, wenn man zu viele Rechtschreibfehler gemacht hatte, alles noch mal abgeschrieben hat damit es hübsch aussieht…  und dann musste man das beschriebene Papier in einen Papierumschlag stecken und ein kleines buntes Bildchen daraufkleben. Da stand ein Preis drauf und den durfte man nicht abmachen :-D   und wenn man das alles soweit hatte musste man sich auf sein Fahrrad schwingen zu so einem gelben Kasten bringen und das da reinstecken. Damals dauerten Nachrichten an Freunde noch drei oder vier Tage…  da war nix mit auf „senden“ klicken und ein paar Minuten hat der andere die Nachricht in der Mailbox. Ja DAS waren noch Zeiten!!!

Damals hatte man keine Chat-Freunde oder Twitter-Freunde sondern Brieffreunde.

Ich hatte damals als Teenager eine Menge Brieffreunde von überall… 

Aber die erste und längste Brieffreundschaft hatte ich mit einem Mädel aus der damaligen DDR. So eine Brieffreundin zu finden war gar nicht so einfach. Aber meine damals beste Freundin und Sitznachbarin in der Schule hatte eine Brieffreundin im Osten. Und die war die ältere Schwester meiner Brieffreundin.

Und so gingen die Briefe hin und her und man erzählte sich alles mögliche, schickte Pakete und Fotos und hatte immer ein bisschen Angst, ob wohl alles angekommen ist.

Als die Mauer fiel ist meine Brieffreundin mit ihrer Schwester in den Westen gekommen, hat einen Soldaten der US-Army kennengelernt und ist mit ihm in die Staaten gegangen. Eine Weile später haben wir uns dann aus den Augen verloren. Ich war zig mal umgezogen, sie wahrscheinlich auch und irgendwann war man so mit Leben beschäftigt, dass zum Briefe schreiben keine Zeit mehr war.

Ich hab oft an dieses Mädel gedacht und mich immer mal wieder gefragt, was wohl aus ihr geworden ist.

Und so habe ich am Wochenende die Keksdose mit den Briefen eingepackt und mit zu mir genommen. Habe in den alten Briefen gelesen und einfach mal ihren Namen im www eingegeben. Und tatsächlich habe ich ungefähr 5 Minuten später auf Facebook wiedergefunden!!!

Diese Technik grenzt fast an ein Wunder und ich habe mich riiiiesiiiig gefreut, dass R. wieder in mein Leben getreten ist. Mehr oder weniger. Auf jeden Fall hoffe ich, dass wir den Kontakt wieder ausbauen und aufrechterhalten können. Es ist schon erstaunlich, über was wir damals alles geschrieben haben. Ich hab sogar noch alte Fotos von ihr. Und sie sieht noch fast so aus wie damals… zumindest hab ich sie auf ihrem Facebook-Foto gleich wiedererkannt.

Ich muss mal gucken wie weit die Zeitverschiebung zwischen hier und da ist. Richtig chatten geht wohl nur am Wochenende. Ich denke wenn ich schlafen gehen muss steht sie gerade auf. Oder so…  aber auf jeden Fall bin ich wahnsinnig darauf gespannt, wie es ihr in den letzten Jahren ergangen ist.

Dabei ist mir aufgefallen, dass ich damals auch eine Brieffreundin in Berlin hatte… ob sich die auch wiederfinden lässt?

Wenn man

andauernd telefoniert, dann kommt man nicht zum bloggen. Dabei wollte ich Euch von dem Spuk hier zählen und von meiner Brieffreundin…  aber das mach ich dann morgen.

Gute Nacht!!!

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