Feuerengel

Die mit dem Schicksal tanzte

Monat: Juni 2009 (Seite 1 von 5)

Verfahren

Ich hab mich verfahren…  also nicht geografisch, sondern eher im Kopf.  Ich hatte einen dienstlichen Termin etwas weiter weg. Weil er länger dauern sollte bin ich alleine gefahren, so konnte ich direkt nach dem Termin hin  wo immer ich hin wollte.

Auf dem Weg zu dem Termin kam ich dann nach langen Jahren über eine Strecke, die ich früher sehr häufig gefahren bin. Das war schon ein bisschen komisch…  weil irgendwie fühlte sich das an, wie in einem anderen Leben.

Nach dem Termin wollte ich dann einen Abstecher zu einem Freund machen und mir nen Kaffee abholen. Leider klappte das zeitlich nicht, also habe ich einen Weg nach Hause genommen, den ich ebenfalls vor vielen Jahren regelmäßig gefahren bin….  und schwupps landete mein Kopf in einer Vergangenheit, die lang vergessen schien.

Lang verheilt geglaubte Wunden rissen auf und Bilder der Vergangenheit warfen mich aus der Bahn… 

Der Rest des Heimwegs war tränenreich…  und nun sitze ich hier in meiner Gegenwart…  körperlich…  der Weg, den der Kopf auf der Reise von der Vergangenheit in die Gegenwart zurücklegen muss, ist offenbar wesentlich länger…. 

Ich bin dann mal im Gedankenkarussel :-(

Extremcouching

Zwei Tage Extremcouching sind rum und waren wohl auch dringend notwendig. Auch wenn ich eigentlich einiges schaffen wollte. Aber die Migräne meinte gestern, dass Hausputz unangebracht wäre und das Sofa der richtigere Platz für mich war.

Naja, ist ja auch kein Wunder. Da sagen die superschönes Wetter voraus und vergessen, dem Wetter bzw. Petrus Bescheid zu geben. Man konnte die Luft hier förmlich schneiden und von Sonnenschein konnte keine wirkliche Rede sein.

Heute war es dann etwas besser und ich hab mich zumindest mal auf den Weg zu L. gemacht und da nen Cappu getrunken. Zumindest ist der Kopf wieder gut und so kann es morgen wieder richtig los gehen. (War ja schließlich für mich ein laanges Wochenende *g*)

Also allen einen guten Wochenstart inkl. Sonnenschein!!!!!!!!

Geschützt: Paradoxon Frau

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Geschützt: "Freud und Leid…

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Leben in Lichthöfen

Wer schon mal in einer Altstadt gelebt hat, der hat bestimmt schon seine Erfahrungen mit Lichthöfen gemacht. Also diesen schmalen dunklen Schächte zwischen zwei Häusern, die angeblich Licht in die hinteren Zimmer bringen sollen. Ok, das tun sie auch, aber eher unwesentlich.

Dafür zwingen sie einem manchmal Einblicke in das Leben anderer Menschen auf, die selbst einer Else Kling zu viel wären.

Casa Feuerengel ist mit zwei Lichthöfen gesegnet. Der eine grenzt an die Küche, was kein wirklich schöner Ausblick ist, und der zweite an das Bad und das Schlafzimmer.

Der Lichthof am Küchenfenster ist eher für visuelle Merkwürdigkeiten zuständig. So ein Lichhof ist, vor allem wenn das Haus so hoch ist wie dieses und der Lichthof so schmal, eigentlich zu nichts zu gebrauchen. Zwar gibt es auf der Seite auch Balkone, aber die taugen allenfalls zum Parken der Mülltonne und des Leergutes. Trotzdem finde ich unter meinem Küchenfenster immer wieder kleine Kuriositäten. Manchmal auch größere *g*

Von einem Teppich über Euromünzen, Wäschestücke, Dessous, Rosen an Wäscheklammern, Arabertüchern und diversen anderen Dingen, findet man irgendwie immer alles irgendwann. Nach und nach verschwinden die Dinge dann auch wieder. Vermutlich klettert regelmäßig jemand aus dem Treppenhausfenster und sammelt alles wieder ein.

Der zweite Lichthof ist wesentlich unangenehmer. Das mag daran liegen, dass ich mehr Zeit im Schlafzimmer bei geöffnetem Fenster verbringe als in der Küche, kann aber auch mit der wesentlich anderen Klientel der Hausbewohner des Nachbarhauses zusammenhängen.

Als ich vor fast einem Jahr hier eingezogen war, war es besonders unangenehm. Offenbar musste sich ein Nachbar einer Chemotherapie unterziehen. Die Folge war, dass er regelmäßig nachts an den entsprechenden Nebenwirkungen litt und sich stundenlang massiv übergeben musste. Mindestens genauso unangenehm war, wenn sein Pflegedienst da war. Offenbar hatte der Nachbar, scheinbar ein älterer Herr, extreme Schmerzen. Oft schrie er, wenn er gewaschen wurde und in einer Nacht rief er sogar um Hilfe. Dabei war klar zu hören, dass jemand bei ihm war und beruhigend auf ihn einzureden schien. Angst hat es mir trotzdem gemacht. Ich hab wirklich darüber nachgedacht, ob der von dem Pfleger mishandelt wurde…

Irgendwann hörte man jedenfalls nichts mehr von ihm und ich hab mich manchmal gefragt, ob der wohl gestorben oder in einem Pflegeheim ist. Offenbar lebt er doch noch. Auch wenn es ihm noch nicht wesentlich besser zu gehen scheint. Jedenfalls höre ich ihn wieder häufiger nachts wenn jemand bei ihm ist und sich um ihn kümmert.

In den Nächten an den Wochenenden ist die Hauptzeit für Beziehungsprobleme aller Art. Da diskutiert dann morgens um 4 eine Mutter mit ihrem offenbar schon recht erwachsenen Sohn, ob sie ihren Freund rauswerfen soll und dass der die Wohnungsschlüssel abgeben soll. Eine Woche später kann es auch mal sein, dass sie plötzlich sogar den Sohn rauswerfen will.

Man kriegt auch mit, wie oft der Nachbar von ganz oben, der mehrmals am Tag verschiedene Frauen trifft, mit den Mädels in der Kiste landet. Zum Frühstück scheint aber keine zu bleiben.

Normale Gespräche registriert man zum Glück nur als leises Murmeln. Trotzdem bin ich manchmal froh, dass ich diese Nachbarn allenfalls von der Stimme her kenne, aber kein Gesicht dazu habe. Ich glaube, wenn ich denen sonst auf der Straße begegnen würde, könnte ich mir manchmal ein breites Grinsen oder einen roten Kopf kaum verkneifen.

Achja, jeden Sonntag werde ich von Geräuschen geweckt, die eine Mutter macht, wenn sie für Ihre Kinder den Frühstückstisch deckt. Das klingt dann heimelig und wenn die Kinder aufstehen und „Guten Morgen Mama“ rufen ist es meistens für mich Zeit aufzustehen.

Kennt Ihr auch solche Lichthofgeschichten?

[ohne Titel]

Farrah Fawcett ist tot, Michael Jackson ist tot ….

und mir ist auch nicht gut ….

Schweinegrippe

Wer mich kennt weiß, dass mich Katastrophenmeldungen und Panikmache nicht beeindrucken. Ich gehöre zu den Menschen, die immer davon überzeugt sind, dass das alles weit weit weg ist und es mich eh nicht betrifft.

Ob Rinderwahn, Schweinepest, Antibiotka im Fleisch, Genobst- und Gemüse, kleine Würmer im Fisch….  kratzt mich alles nicht. Und nur weil alle Gammelfleisch verkaufen, ändere ich nichts an meinen Einkaufs- oder Essgewohnheiten.

Ich bin ignorant!!!

Schweinegrippe in Mexiko??  Ey das ist tooootal weit weg!!

Schweingrippe in Süddeutschland?? Ist doch echt weit weg!!

Schweingegrippe in Bremen??  Ey, das sind 80 km…  weit weg!!

Schweinegrippe im Ammerland?? Is doch ein gutes Stück weit weg!!

Seit dem Wochenende ist mein Chef krank. Halsweh, Kopfweh, Husten, Gliederschmerzen….    das übliche halt. Hatte ich ja ’ne Woche vorher auch. Und meine Kollegin hatte es auch…  ja und???  Da stirbt man üblicherweise nicht dran!!

Montag war der Chef noch kurz im Büro, gestern ging gar nichts… heute ist er als Verdachtsfall zum Schweinegrippetest. Im Büro haben wir erstmal gestaunt. Und nun bin ich mal gespannt was dabei raus kommt. Und vor allem, was die mit uns machen, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte. Womit ich allerdings nicht wirklich rechne.

Ansonsten wird der Blog zur Quarantänezone *g*

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