Erzieherische (Miss)Erfolge

Zu einer Zeit in der Twix noch Raider hieß, Telefone Wählscheiben und Kabel hatten, es keine Werbeunterbrechungen gab und im Fernseher maximal drei Programme ausgestrahlt wurden, und das nicht mal 24 Stunden am Tag, gedachten ein Herr Papaa und eine Frau Mamaa zu dem bereits vorhandenen Stammhalter ein weiteres Kind in die Welt zu setzen.

Der Plan wurde in die Tat umgesetzt und Frau Mamaa und Herr Papaa waren stolzen Eltern zweier ziemlich normaler durchschnittlicher Kinder. Natürlich waren Herr Papaa und Frau Mamaa – wie überhaupt alle Eltern – davon überzeugt, dass ihre Kinder die schönsten und intelligentesten Kinder im Universum waren. Und so wollten sie ihre Kinder auf ein Leben vorbereiten, dass für die beiden gewiss ein besonderes Schicksal und große Herausforderungen bereit halten sollte.

Sie verwandten viel Zeit darauf, Ihren Kindern Werte zu vermitteln und sie zu lehren, wie wichtig es ist, sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht anderen nach dem Mund zu reden. Ebenso erachteten sie es als wichtig, dass ihre Kinder lernten Probleme selber zu lösen und für ihre Ziele zu kämpfen.

Was Herr Papaa und Frau Mamaa jedoch unterschätzen war, dass das junge Töchterchen (ICH!!) als Ergebnis dieser Erziehung zweitweise recht eigenwillig und stur sein würde, wenn es darum geht (m)(s)ich bzw. (m)(s)eine Wünsche durchzusetzen.

So hatte die Frau Mamaa die Hoffnung, das Töchterchen zur Vernunft zu bringen in dem sie es darauf hinwies, dass der vorhandene fahrbare Untersatz, auch Mupfelchen genannt, zweifelsfrei in die Jahre gekommen ist und so das Risiko ansteigt, dass dem Mupfelchen auf dem Weg in die große große fremde Stadt etwas zustoßen könnte.

Doch auf Grund der erhaltenen Erziehung ergriff das intelligente charmante Töchterchen (ICH) die Initiative, entwickelte neue Fähigkeiten und Problemlösungswege und kontrollierte ganz gegen ihre Gewohnheit selber den Ölstand und das Kühlwasser um festzustellen, das beides einen behandlungswürdigen Tiefstand erreicht hatte.

Da das Töchterchen im laufe vieler vieler Jahre (in der Zwischenzeit gibt es Dinge wie das Internet, Computer, Handy und Raider heißt jetzt schon lange Twix) gelernt hatte, dass frau zwar nicht alles selber wissen muss, aber zumindest wissen sollte, wer es wissen könnte, hat es kurzerhand Getriebeöl und Kühlflüssigkeit gekauft, beides – nicht ganz ohne fremde Hilfe – aufgefüllt und ist somit für die Reise in die große große Stadt gerüstet.

Frau Mamaa und Herr Papaa haben ihr zwar die mündliche Zustimmung nicht erteilt, aber ich verstehe den Zahlungseingang auf meinen Konto mal als Benzinkostenzuschuss ;-)

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