… und dann nennen sie es Liebe

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis kriege ich ja sehr viel mit, was in den Partnerschaften so abgeht. Und wenn es nicht so gut läuft, werde ich auch gerne mal als Ratgeberin oder seelischer Mülleimer in Anspruch genommen. Das ist auch ok, mach ich ja gerne für meine Freunde/Innen. Aber was ich da im Moment zeitweise so sehe und höre, gibt mir manchmal wirklich zu denken.

Partnerschaften scheinen immer öfter in knallharte Machtkämpfe auszuarten. Einiges verschlägt mir wirklich die Sprache.

Einige kriegen die Kurve und man kann regelrecht sehen wie sehr sie sich lieben. So hat eine Freundin eine Krise mit ihrem Freund gehabt. Während dessen hat er mit einer Frau angebändelt, mit der er beruflich zu tun hatte. Es ist zwar nicht zum „letzten“ gekommen, aber trotzdem hat er sich irgendwann so in Lügen verstrickt, dass es sowohl ihm als auch seiner Freundin sehr sehr schlecht ging. Als die Bombe dann geplatzt ist, war ihm regelrecht anzusehen, dass es ihm besser geht und da er seine Süße über alles liebt und es ihm unendlich leid tut, was passiert ist, versucht er alles, um es wieder gut zu machen und ihr zu zeigen, wie sehr er sie liebt. Dabei hat er richtig romantische Ideen. So kriegte Sie einen riesigen Strauß Bacararosen in die Fortbildung geschickt, in der Woche darauf wurde eine wunderschöne Torte mit Liebeserklärung geliefert… auch ansonsten liest er ihr jeden Wunsch von den Augen ab und ist sich durchaus bewußt, dass sie beinahe ihre Sachen gepackt und ihn verlassen hätte.

In einem anderen Fall haben sich zwei immer wieder angegiftet und dann wieder schön Wetter gespielt. Vor allem, solange was zu holen war. Trotzdem ich in letzter Zeit das Gefühl hatte, dass die beiden doch noch die Kurve kriegen, haben sie sich nun doch getrennt.

Aber am schlimmsten finde ich, wenn zwei Menschen überhaupt nicht reden. Sich allenfalls anschreien und das noch vor den Kindern.

Es ist zweifelsfrei schwer, sich einzugestehen, wenn eine Partnerschaft gescheitert ist. Irgendwann hat man sich ja auch geliebt. Aber warum erhält man etwas aufrecht, wenn für jeden Außenstehenden offensichtlich ist, dass beide nicht glücklich sind. Wenn der eine den anderen permanent kontrolliert (sogar auf illegale Weise) und wenn man sich nur noch aufreibt??  Wenn es nicht mal mehr möglich ist, darüber zu reden, was falsch läuft oder falsch gelaufen ist??  Statt dessen rächt man sich für einen Seitensprung mit einem Seitensprung. Sowas ist einfach krank. Es ist ein Kampf. Wer verletzt wen mehr.

Dann ist es manchmal ein Zeichen von Stärke, zu sagen, dass es nicht mehr geht. Vor allem wenn Kinder im Spiel sind. Es ist ein Irrglaube zu denken, dass Kinder nicht merken, wenn die Eltern nicht mehr miteinander umgehen können.

Und da Kinder darüber kaum sprechen – vor allem wenn sie so klein sind, dass sie das noch gar nicht wirklich in Worte fassen können – geben sie sich irgendwann selbst die Schuld an dem Streit der Eltern. Ihr schadet Euren Kindern damit für den Rest des Lebens.

Oftmals ist es in so einem Fall wirklich besser, sich friedlich zu trennen. Es tut weh und es ist am Anfang sehr schwer, aber auf Dauer ist es besser. Und es gibt den Kindern eine Form von Sicherheit. Und vor allem haltet die Kinder da raus. Gebt ihnen die Sicherheit, dass ihr sie liebt, egal was zwischen Mama und Papa los ist. Das Schlimmste was Ihr ihnen antun könnt ist, zu erwarten, dass sie Partei ergreifen. Kinder sind keine Waffen. Eltern ist man ein Leben lang….  und Eltern sein heißt auch, sich zu respektieren, wenn man sich nicht mehr liebt!!!!

So, dass musste jetzt mal gesagt bzw. geschrieben werden. Es regt mich nämlich tierisch auf!!

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