Feuerengel

Die mit dem Schicksal tanzte

Tag: 16. Januar 2012

Entscheidungswege

Wenn man immer in einem kleinen oder mittelständigen Unternehmen gearbeitet hat, dann hat man gelernt, dass Entscheidungen relativ zeitnah getroffen werden können. Das ist im besten Fall zeitnah und kostensparend.

Wenn man dann plötzlich einem großen Konzern sitzt, sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Da braucht die Entscheidung, ob eine neue Kaffeemaschine gekauft werden kann mindestens vier Wochen und es sind vermutlich so viele Leute in die Entscheidungsfindung involviert, dass man für das Geld, dass das kostet, locker fünf Kaffeemaschinen kaufen könnte. Und wir reden hier nicht von einem 2000-Euro-Vollautomaten, sondern von einer einfachen billigen 50-Euro-Kaffeemaschine.

Wie kompliziert wird es dann erst, wenn es um kostenintensivere Entscheidungen geht… zum Beispiel meinen Arbeitsvertrag????

Ja. der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch, bereits im August oder September erhielt ich die frohe Kunde, dass man mich doch gerne einstellen würde. Und das natürlich zeitnah.

Das erste Datum, dass mir genannt wurde sollte Mitte September sein. Das wäre auch erstaunlich zeitnah gewesen. Schnell stellte sich heraus, dass große Konzerne so zeitnah nicht können. Also aversierte man kurzzeitig Anfang Oktober….  das war aber auch zu zeitnah.

Irgendwann traute sich dann jemand mit der Sprache herauszurücken. Also da ja die Töpfe für Angestellte und Zeitarbeiter verschiedene sind… und in dem für Angstellte nix mehr drin ist… aber in dem für Zeitarbeiter ist noch was…. blablablubb….

Also der spätesten Termin wäre ja der 15.05. dieses Jahr. Bis dahin auf jeden Fall. Aber evtl auch schon eher, also Anfang diesen Jahren.

Irgendwann kam ein Oberboss, dann ein weiterer, beide fanden mich toll, beide wollten das ganze forcieren… aber es kam kein Vertrag. Irgendwann kamen dann auch erstaunte Fragen von anderen Seite a la „wie? Sie haben den Vertrag noch immer nicht?“

Dann kam ein weiterer Oberboss und meinte zuversichtlich, ich solle mir keine Sorgen machen, der Vertrag solle auf jeden Fal noch vor Weihnachten kommen. Zwischen Weihnachten und Neujahr kam dann ein Anruf, der Vertrag läge bereits fertig in der Personalabteilung. Es fehle nur eine Unterschrift, und derjenige würde sofort nach seinen Urlaub unterschreiben und dann, ja dann wird der Vertrag verschickt.

Aber erstmal unter Vorbehalt. Weil wegen, der Betriebsrat hat ja den Vertrag schon zweimal abgelehnt. Aber das ist überhaupt gar kein Problem. Weil die stimmen schon zu…  also irgenwann…

Achja und dann war natürlich der Tenor des ganzen „wenn Sie den Vertrag haben, brauchen Sie sich keine Sorgen mehr machen… so wegen Einkommenshöhe und so,… und dann gibt es noch ein Bonussystem…  also wenn Sie so weiter machen wie bisher… “ mir sollten praktisch die gebratenen Tauben in den Mund fliegen…

Ganz zu Anfang fielen auch noch so Begriffe wie „übertariflich“ und „Sonderzulagen“  … die hat aber in den letzten Wochen niemand mehr gesagt.

Über Zahlen wurde auch nie direkt gesprochen.

Am Mittwoch kam der Vertrag… unter Vorbehalt.

Er war mir angekündigt worden und so fuhr ich voller gespannter Vorfreude ins Casa, presste mir noch einen Kaffeepad aus und hockte mich freudestrahlend mit dem großen Umschlag auf die Couch.

Und dann entgleisten mir die Gesichtszüge…..

Grundsätzlich erwartet man ja – oder zumindestens ich – dass ich, wenn ich aus Zeitarbeit übernommen werde, dass ich mich so rein finanziell verbessere. Immerhin bin ich bereits eingearbeitet und meine Vorgesetzten hatten ausführlich Gelegenheit sich davon zu überzeugen, dass ich das was ich dort machen soll auch kann. Und meine direkten Vorgesetzten vermitteln mir durchaus den Eindruck als würden sie das, was ich mache, auch gut finden. Mit diesem Vertrag würde ich mich allerdings deutlich verschlechtern. Und wer will das schon. Zugegeben, die wissen nicht, was ich derzeit verdiene, aber mit Tarif oder sogar übertariflich hat das Angebot sowieso schon mal gar nichts zu tun.

Aber das war mir da als Vertragsentwurf präsentiert wurde ist, auf Deutsch gesagt, ein schlechter Scherz. Und mit ziemlich genau diesen Worten habe ich dann auch meinen Vorgesetzten angemailt.

Mein erster Impuls war, alles zurück in den Umschlag zu schieben, draufzuschreiben „gelesen und gelacht“ und es zurückzuschicken.

Naja, ich habe dann nach Gesprächen mit meiner nächsthöheren Vorgesetzen und der Personalabteilung das Gehaltspoker eröffnet. Mal gucken, was dabei herauskommt. Sollten die es bei diesem Angebot belassen wollen kann ich es mir leider nicht leisten für dieses Unternehmen zu arbeiten.

Wir werden sehen, was diese Woche bringt, drückt ein bisschen Eure Däumchen

– to be continued –

Suchtbefriedigung und ihre Folgen

Mein Name ist Feuerengel. Und ich bin süchtig…

Starbuckssüchtig…

Ja ich weiß, Ihr wisst das eigentlich schon :mrgreen:  aber es gibt Tage, an denen mir das sehr bewußt wird.

Hier in „meiner“ Stadt gibt es ja leider keinen Starbucks-Dealer meines Vertrauens. Aber im Rahmen meines Broterwerbs habe ich die Möglichkeit regelmäßig meinen Drogendealer anzufahren und mir meine Droge zu beschaffen.

Wenn man dort häufiger vorbeikommt wirft das auch bei den Barista meines Vertrauens Fragen auf. Zum Beispiel die Frage „arbeitest Du hier im Haus?“ und so kam irgendwann das Gespräch darauf, was ich beruflich mache und wieso ich im Schnitt zwei bis dreimal die Woche dort vorbei komme und mir meinen Chocolat Mocha Venti to go hole.

Inzwischen ist es sehr oft so, dass ich mich nicht mal mehr in die Schlange der Wartenden einreihen muss sondern meine Droge bereits geordert wird wenn ich über die Schwelle trete und ich direkt zum Ende des Tresens durchgewunken werde. Und ja, dann brauch ich ab und an auch nicht bezahlen. Was mir bei den Preisen auch durchaus entgegen kommt.

Nachdem die Barista irgendwann wußten, was ich beruflich mache kam auch bald die erste Frage nach einer Wohnung.

Inzwischen, einige Monate später, ist der Umzugswunsch akkut geworden und so kann ich jetzt ab und an meine Drogenbeschaffung als dienstlichen Termin einplanen…  hat ja alles was für sich :wink:

Nun war ich entgegen meiner Gewohnheit und auf Grund neuer Bestandsaufteilung in den letzten Wochen etwas seltener zur Drogenbeschaffung dort. Oder ich war bei einem anderen Starbucks-Dealer weil ich in Gesellschaft von Freunden und/oder des Liebsten unterwegs war und die Droge nicht unterwegs, sondern gemütlich im Strandkorb geniessen wollte.

Als ich also in der vergangenen Woche nach längerer Pause in meinem Stamm-Starbucks einlief, stürmten die Barista meines Vertrauens auf mich zu. Wo ich gewesen wäre, ob es mir gut geht, man hätte sich Sorgen gemacht… die Kollegin hätte täglich nach mir gefragt…  ich muss echt doof aus der Wäsche geguckt haben 8-O

Es ging um eine Wohnung… sie will jetzt umziehen und würde gerne Wohnungen besichtigen… kein Problem..

hoffentlich bringt sie mir nen Chocolate Mocha Venti to go mit :mrgreen:

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