Feuerengel

Die mit dem Schicksal tanzte

Tag: 12. Oktober 2009

Das Friseur-Experiment

Mit Frauen und Friseuren ist das ja so eine Sache. Sehr sehr sehr schwierig und kompliziert. Den richtigen Friseur zu finden ist machmal schlimmer als den richtigen Frauen- oder Zahnarzt zu finden.

Er muss praktisch Gedanken lesen können, die Wünsche der Frau verstehen, Vertrauen vermitteln und bei Stil, Schnitt und Farbe den richtigen Riecher haben. Es gibt Friseure die können das nicht und das Ergebnis ist dann eine Megakatastrophe!!

Frauen, die an den falschen Friseur geraten sind praktisch selbstmordgefährdet…  das ist sogar schlimmer als der falsche Ehemann… von dem kann man sich wenigstens scheiden lassen ;-)

Im Grunde hatte ich einen sehr guten Friseur. Er hat eigentlich alles perfekt gemacht, wußte welche Farben ich mag, welchen Schnitt, das Ambiente im Salon war nett, er oder sie, je nach dem, wer mich bedient hat, hat mir keine Frikadelle ans Knie gequatscht…  alles super….  allerdings auch der Preis.

Als ich noch lange Haare hatte, war es mir relativ egal was der Spaß kostet. 70 Euronen alle drei Monate war ok, damit konnte ich leben und das Ergebnis war immer super.

Bei langem Haar konnte ich auch den Preis nachvollziehen. Es dauert ja alles länger, der Friseur braucht mehr Farbe etc.

Aber auch für die sehr kurzen Haare habe ich 70 Euronen gelöhnt. Allerdings nicht alle drei Monate sondern im schlimmsten Fall einmal pro Monat. Es muss ja dann öfter nachgeschnitten werden und die Ansätze sind schneller zu sehen.

Nun denn…. ich habe also das Problem Friseursuche auf den Plan genommen und wollte eigentlich einen Friseur testen, der direkt bei mir um die Ecke ist. Nach dem Preis hatte ich vor geraumer Zeit schon mal gefragt. 58 Euronen sollte der Spaß kosten. Nun brauchte ich dringend einen Termin. Den wollte ich letzten Freitag haben. Eigentlich wäre ich das Wochenende vorher gegangen, aber da war der Freitag ein langer Arbeitstag und der Samstag ein Feiertag.

Letzte Woche habe ich also versucht, den Friseur umme Ecke zu erreichen um einen Termin zu vereinbaren.

Leichter gesagt als getan!! Im Telefonbuch steht der nicht. Also bin ich morgens da vorbei und hab geguckt, ob eine Nummer im Schaufenster steht oder wenigstens Öffnungszeiten. Öffnungszeiten standen da. Angeblich sollte jeden Abend bis 19 Uhr geöffnet sein. Das hätte gut gepasst, denn ich hätte direkt nach Arbeit auf dem Heimweg dort anhalten und den Termin machen können….   wenn sie denn tatsächlich so lange geöffnet hätten. Aber wenn ich um 18.30 Uhr ankam war schon zu.

Ohne Termin da reinspazieren konnte ich mir schenken. Das machen die wenigsten Friseure und ich denken und die arbeiten ganz bestimmt mit Terminen.

Mittwoch erzählte dann eine Freundin, dass bei ihrer Arbeit schräg gegenüber auch ein guter Salon wäre, sie wolle mal fragen, wie da die Preise sind. Es hieß „um 50 Euronen“ , einen Termin bräuchte ich nicht… 

Am Freitag bin ich also nach der Arbeit zur Stadt, den endlich den Perso beantragen, und danach weiter zum Friseur.

Ich war schockiert *g*  ok, von meinem bisherigen Friseur meines Vertrauens war ich wohl auch verwöhnt *g*

Der Salon besteht aus einem riesigen Raum mit weißen verputzen Wänden auf denen grellbunte Graffitis prangen. Dazu dröhnte laute House-Musik durch die Bude, die Friseure/Innen sahen irgendwie punky aus und in einer Ecke stand ein Kaffeeautomat und in einer anderen ein Automat für Kaltgetränke.  Die Sitzplätze waren einfach nur normale zugeschnittene Spiegel an der Wand. Mitten im Salon standen dann noch ein paar Stühle und Tische als Wartebereich.

Ich musste wider Erwarten auch nur kurz warten bis ein – scheinbar sehr junger und sehr schwuler (ich hab nix gegen schwule Männer!!!!) – Friseur auf mich zu kam und fragte, was er für mich tun könnte. Ich hab grob umrissen: Farbe, Grundfarbe dunkel, Strähnchen rot, Schneiden, kurz, femininer als bisher. Er hielt mir vier (!!) Farbmuster vor die Nase für die dunkel Grundfarbe, liess mich eine wählen, sauste davon und kam nach ein paar Minuten mit zwei Farbtigeln zurück und begann sein Werk.

Als er die Stähnchen setzte wurde mir langsam schwummerig. Hatte mein bisheriger Friseur das alles sehr genau und sehr pingelig gemacht fing dieser an mal hier und mal da eine Strähne zu setzen. Und statt in rot blondierte er die Strähnchen.

Mir liefen kalte Schauer über den Rücken und ich war im Geiste schon auf dem Weg in die nächstgelegene Drogerie umd direkt zuhause eine dunkel Tönung auf die Haare zu machen um auf dem Weg Schadensbegrenzung zu betreiben.

Nachdem die Strähnchen da waren, wo er sie hinhaben wollte, färbte er den Rest in dunkel. Danach war Einwirkzeit.  Erstaunlicherweise bot er mir einen Aschenbecker an. Ich weiß gar nicht, wieviele Jahre ich schon nicht mehr beim Friseur rauchen durfte.

Nachdem die Farbe ausgewaschen war färbte er am Waschbecken die blondierten Strähnchen rot und es kam die zweite Einwirkzeit. Ich plante immer noch alle möglichen Wege um den Schaden mit günstigen Mitteln zu regulieren und fragte mich, wann ich mich wohl trauen dürfte, wieder zu meinem alten Friseur zurück zukehren und ob dieser mir meine Untreue wohl übel nehmen würde.

Erst relativ zum Schluss stellte sich heraus, dass der junge Mann einen sehr guten Ruf als Stylist hat und in Kürze die Stadt verlässt um in Süddeutschland seine Meisterprüfung abzulegen.

Der Schnitt ist auch sehr gelungen und er hat zwar ohne direkte Anweisung aber sehr genau das gemacht, was ich eigentlich wollte.

Und später hat er mir dann auch noch erklärt, dass das Rot sich zwar herauswäscht, ich die dann hellen Strähnchen aber jederzeit in jeder beliebigen Farbe selber nachtönen kann…  das hat ja auch irgendwie was….

Achja, der Spaß hat mich dann statt 70 Euronen nur 40 gekostet…  und dafür kann frau wohl so ein Risiko eingehen…  

Fragen-Stöckchen

Sylvia wirft ja derzeit mit Stöckchen rum und dieses lag da schon eine ganze Weil für mich rum. Nu will ich es doch endlich mal zurechtschnitzen

Die „Stöckchen“-Regeln: Man beantwortet die 3 gestellten Fragen und stellt danach 3 neue Fragen, das Stöckchen wirft man dann an 3 weitere Blogger.

1.) Wenn du noch mal „von vorne anfangen könntest“ … was würdest du anders machen?

Das ist eine ganz ganz schwierige Frage…  wenn ich etwas anders machen würde, dann wäre der Weg den ich eingeschlagen hätte ein anderer…  und die Erfahrungen die ich gemacht hätte wären auch andere… 

Ich würde alles wieder genau so machen, wie bisher. Vielleicht mit ein klein wenig mehr Weisheit und Gelassenheit.

Alternativ würde ich heute keinen Bürojob mehr wählen sondern was handwerkliches machen. Aber rückblickend würde auch das entscheidende Dinge in meinem Leben sehr verändern.

2.) Angenommen es gibt die „Wiedergeburt“ … als was würdest du gerne noch einmal auf diese Welt kommen?

Auf jeden Fall nicht als Ameise ;-)  so wie bei „mieses Karma“  am liebsten natürlich als Katze, aber dann bitte als Katze bei mir und das ginge natürlich nicht.

Am liebsten Wohl als Mensch, aber gerne in einer anderen Kultur oder in einer längst vergangenen Zeit.

3.) Glaubst du, daß Tiere ähnliche Gefühle empfinden wie wir? (sorry, aber die Frage musste einfach sein!)

Jein, ich unterstelle, dass es Gefühle gibt, die bei Tieren nicht so ausgeprägt sind wie bei Menschen. In erster Linie sind das schlechte Gefühle wie Neid, Arroganz, Eifersucht…  gibt es bei Tieren auch, aber mit weniger Hintergedanken. Tiere sind einfach ehrlicher als Menschen. Aber Liebe, Dankbarkeit, Freude und Zufriedenheit können sie genau wie wir – wenn nicht sogar besser – empfinden.

So und mit meinen drei Fragen bewerfe ich Rachel, Anneo und Gnafu

1. Wenn Du eine Zeitmaschine hättest und in eine andere Zeit reisen müsstest, welche würdest Du wählen und warum?

2. Passend zur „Schwiegertochter gesucht“-Dikussion bei Twitter: Würdest Du einen Dorftrottel zum/zur Partner/In wählen oder doch lieber Single bleiben und warum?

3. Wenn Du in Deiner Vergangenheit einen Punkt ändern dürftest, welcher wäre das und warum würdest Du ihn ändern wollen?

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