Der Unterschied zwischen Service und Unverschämtheit

Ja, Service ist eine tolle Sache. Ich nutze Service auch total gerne. Wenn er von vornherein angeboten wird. Es gibt aber auch Dinge, die ich nicht für selbstverständlich halte und daher auch nicht einfordern würde.

Natürlich war es schon immer so, dass immer wieder irgendwer Dinge einfordern wollte, die eben möglicherweise nicht selbstverständlich sind. Aber selbst gilt, meiner Meinung nach, noch immer „Der Ton macht die Musik“. Es ist ein Unterschied ob ich freundlich nach etwas frage oder um etwas bitte oder ob ich etwas wie selbstverständlich einfordere.

Als die Firma meiner Eltern in der Firma noch die gleiche Telefonnummer nutzen wie privat, kam es mehr als einmal vor, dass Kunden sonntags beim Mittagessen störten um zu fragen, ob sie nicht einen Termin haben könnten. Es würde mir im Traum nicht einfallen überhaupt zu versuchen, eine Firma am Wochenende zu erreichen. Es sei denn, es gibt eine Hotline-/Service-Nummer, bei der explizit darauf hingewiesen wird, dass diese auch am Wochenende erreichbar ist.

Ich finde es auch toll, dass ich im meinem Lieblingssupermarkt 24 Stunden am Tag (außer sonntags) einkaufen kann. Viele schimpfen zwar darüber, dass die Arbeitszeiten für die Verkäuferinnen unzumutbar wären, aber ich weiß auch von genug Angestellten dort, die über derartig ungewöhnliche Arbeitszeiten dankbar sind weil sie andere Arbeitszeiten nicht mit ihrer Familie in Einklang bringen könnten.

In der vergangenen Woche habe ich mich nun mehrfach maßlos über meine Kunden geärgert. Es ging um angebotene Besichtigungstermine.  Dabei war der besagte Termin als öffentliche Besichtigung vorgegeben. Dies war schon von daher notwendig, als dass die Objekte relativ weit entfernt sind und die Termine darum gut geplant sein müssen. Ansonsten würde zu viel Zeit durch die Fahrerei verloren gehen und es ist weder zeitlich noch kostenmäßig rentabel, für einen Termin über 100 km zu fahren.

Bei diesen Terminen gab es immer wieder Leute, die, nachdem Ihnen der offizielle Termin mitgeteilt wurde, forderten, dass Sie einen Termin am Samstag oder Sonntag haben wollten. Dies mag zwar evtl noch legitim sein, wenn ein Makler solche Termine anbietet, aber bei einer Gesellschaft ist das eher ungewöhnlich. Zumal man bei einem Makler natürlich diese Wochenendtermine letztendlich teuer bezahlt. Immerhin fordert so ein Makler eine saftige Provision.

Ich habe die Interessenten also anfangs freundlich, später durchaus nachdrücklicher, darauf hingewiesen, dass Wochenendtermine nicht möglich sind, auch ausnahmsweise nicht und ich selbstverständlich auch ein Recht auf mein Wochenende habe und übrigens auch nicht in der Stadt, in der die Besichtigung stattfinden sollte wohne. Immerhin habe ich auch ein Privatleben und arbeite ohnehin sehr oft mehr als die üblichen 40 Std./Woche.

Als ich vor einem Jahr meine neue Wohnung gesucht habe, musste ich mir auch frei nehmen, wenn ich Wohnungen besichtigen wollte. Nicht nur, dass ich den Mitarbeitern der Gesellschaft keinen Wochenendtermin zumuten würde, ich würde auch niemanden, der noch in einer Wohnung wohnt und ausziehen will, an einem Samstag oder Sonntag überfallen. Es sei denn es wird im Ausnahmefall gezielt so angeboten.

Und ganz ehrlich, jeder wird, wenn er es will, einen Weg finden, einen Tag freizunehmen, etwas eher Feierabend zu machen, die Mittagspause zu schieben oder wie auch immer.

Leider habe ich mehr als einmal totales Unverständnis geerntet. Es müsse selbstverständlich sein, meinte einer der Interessenten, dass ich mich danach richten müsse, dass er keinesfalls vor Sonntag um 15.30 Uhr zur Besichtigung erscheinen könne. Ganz ehrlich? Freundlich zu fragen ob soetwas möglich ist mag legitim sein. Soetwas unumwunden zu fordern finde ich eine dreiste Unverschämtheit!!!

Vielleicht sollte ich noch dazu anmerken, dass wir hier nicht über ein entsprechend hochpreisiges Marktsegment sprechen, bei dem derartige Extravaganzen durchaus mal vorkommen können, sondern, dass es um den Bereich des sozialen Wohnungsbaues geht, die Kundschaft also, wenn Sie überhaupt arbeitet, „normale“ Jobs hat.

Was mich allerdings am meisten an diesen Forderungen aufregt: die Erfahrung zeigt, dass diese Sorte Kunden, wenn man sich zu einem derartigen Termin überreden lässt, entweder auch beim Termin unverschämt mit einem umgehen oder ohne abzusagen gar nicht erst auftauchen. Außerdem sind das meistens genau die Leute, die Ihren Kulli im Büro spätestens 10 Minuten vor Feierabend schon fallen lassen und sicherheitshalber dann auch schon nicht mehr ans Telefon gehen!!!

Sowas regt mich echt total auf!!!  :twisted:

 

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Ein Kommentar zu Der Unterschied zwischen Service und Unverschämtheit

  1. Fraro sagt:

    Also wir haben jetzt ein Service für 12 Personen, das wir total gerne nutzen. :mrgreen:

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