Habt Dank

Es ist mal wieder an der Zeit danke zu sagen. Danke an reale Freunde, die sofort da waren als sie erfahren haben, was passiert ist. Die sofort in der Tür standen um mir eine Schulter zum Ausheulen zu geben, die mich in den Arm genommen haben, die regelmäßig gefragt haben, ob alles in Ordnung ist, ob ich etwas oder sie brauche.

Virtuelle Freunde, die da waren, die zugehört haben, die tröstende Worte geschrieben haben, ein Ohr angeboten haben, Mut zugesprochen haben.

Danke Euch allen!! Ohne Euch wäre die letzte Woche viel viel schwerer zu ertragen gewesen!

Wenn alle die, die sich angeboten hatten, mich zur Beisetzung zu begleiten mitgekommen wären oder alle die, die in Gedanken an meiner Seite waren, in der Kirche gewesen wären, wäre sie wohl aus allen Nähten geplatzt und die Strackholter hätten Bauklötze gestaunt, was da wohl los ist.

Danke!!!!!

Beisetzung

Das Beerdigungen grundsätzlich nicht wirklich schön sind ist wohl klar.  Aber diese war noch weniger schön. Natürlich ist so eine Beisetzung immer schwierig. Vor allem bei den Umständen.

Dazu kam richtiges Beerdigungswetter mit viel Regen und Wind. Eine gruselig kalte Kirche…

Der erste wirklich schwere Weg war nach vorne zum Sarg. Ich hatte ein Gebinde aus Lilien anfertigen lassen und da vom Bestattungsinstiut keiner am Eingang stand habe ich das Gebinde selber vorne am Sarg niedergelegt. Himmel hatte ich einen Klumpen im Hals. Während der Trauerfeier (das ist ein toootal blödes Wort) ging es eigentlich relativ gut.

Aber der Pastor war irgendwie unterste Kanone. Eigentlich erwarte ich von einem Kirchenmann bei einer Beisetzung Trost für die Familie. Vor allem, da es dem Vater meines verstorbenen Freundes wirklich schlecht ging. Den Schwestern natürlich auch.

Statt Trost zu spenden schien dieser Pastor aber immer wieder Salz in die Wunde zu streuen. Er betonte immer wieder „stehen wir vor dem Sarg von…“  und letztendlich war er definitiv viel zu sachlich. Es war offensichtlich, dass er durchaus über Informationen verfügte, aus denen er eine schöne Predigt hätte basteln können.

In der Kirche waren erschreckend wenig Leute. Zwar waren ein paar von seinen Fotofreunden anwesend und natürlich die Familie, aber irgendwie hatte ich dort mehr erwartet.

Die Beisetzung selber fand nur im engsten Familienkreis statt. Genau genommen war außer der Familie nur ich mit am Grab. Allerdings hatte ich mich sehr abseits gehalten. Aber ich musste dieses Procedere erleben. Um zu realisieren was passiert ist. Und dass es tatsächlich so ist. Dass er nicht mehr am Leben ist und Abschied nehmen.

Wirklich real ist es noch immer nicht. Aber ich denke das wird kommen je häufiger ich sein Grab besuchen werde. Der erste Besuch wird wohl schon in dieser Woche erfolgen.

Illusionen

Wenn ein Mensch stirbt, vor allem wenn er aus eigenem Willen aus dem Leben scheidet, dann stehen im Raum unzählige Warum. Viele Dinge sind zu klären. Und die Angehörigen versuchen verzweifelt, herauszufinden, was diesen Menschen zu diesem Schritt bewogen hat.

Zweifellos scheidet niemand, der sich völliger geistiger Gesundheit erfreut, freiwillig aus dem Leben. Und für mich steht fest, dass mein liebster Freund zumindest von Zeit zu Zeit depressive Züge hatte. Aber er war eigentlich auch so selbstreflektiert, dass er das für sich erkannt und etwas dagegen getan hat.

Nun versucht die Familie sein Leben, oder das was er davon hinterlassen hat, zu ordnen und fällt dabei von einer Ohnmacht in die nächste. Alle Papiere sind pingeligst geordnet. Sie passen nur nicht zu dem, was er uns allen in den vergangenen Jahren erzählt hatte.

In den letzten Jahren hat er offenbar eine Illusion geschaffen. Zwar ohne Dinge direkt zu behaupten, aber doch, indem er Eindrücke erweckt hat, die den Tatsachen teilweise nicht einmal nahe komme.

Aber warum?

Dachte er, er wäre ein schlechterer Mensch wenn er er selbst gewesen wäre?? Wie anstregend muss es sein, so eine Illusion dauerhaft aufrecht zu erhalten. Warum hat er an Ende anscheinend bewußt geschwindelt? Und warum hatte er nicht den Mut um Hilfe zu bitten.

Natürlich wäre seine Familie und vielleicht auch ich anfangs enttäuscht und wütend gewesen. Mit Sicherheit hätte ich ihm an den Kopf geknallt, was der Scheiß soll…. und trotzdem hätte ich ihm jede Hilfe gewährt, die mir möglich gewesen wäre. Und ein Neuanfang wäre mit Sicherheit möglich gewesen. Es wäre ein schwerer Weg gewesen. Ein sehr schwerer…. und dafür fehlte offenbar die Kraft.

Wie hat meine liebste J. gesagt: Es war für ihn einfacher zu ertragen den kurzen Moment des Erhängens zu erleben als das Leben zu ertragen.

Für mich unvorstellbar. Aber ein schöner Trost!! Irgendwie! Sofern Trost überhaupt möglich ist.

Wenn hier jemand liest, der vielleicht in einer ähnlichen Situation steckt… nehmt Euren Mut zusammen und wendet Euch an die Person, der Ihr am meisten vertraut. Der Satz fängt ganz einfach an: Ich brauch Deine Hilfe, ich hab Mist gebaut….. Nach diesen 8 Worten habt Ihr das schlimmste überstanden. Und im besten Fall wird Euch am Ende des Gespräches jemand in den Arm nehmen und Euch sagen, dass alles gut wird!!

Irgendwann in dieser oder der nächsten Woche werde ich zusammen mit seiner Schwester in seiner Wohnung sein. Schauen ob wir Dinge klären können die sie nicht weiß, ich aber wissen könnte. Und vielleicht das spurlos verschwundene Notebook finden. In der Hoffnung, dass vielleicht darin ein paar letzte Worte der Erklärung zu finden sind. Auch wenn diese Hoffnung stündlich schwindet.

Sail 2010

Derzeit kommt hier auf Grund des realen Lebens alles etwas später als geplant, aber immerhin will ich doch noch eben ein paar Bilder von der Bloggersail nachreichen.

Die Bilder an Bord sind auf der Gorch Fock aufgenommen worden. Es war auf jeden Fall großartig, auch wenn es weit davon entfernt war eine Bloggersail zu sein. Aber das versuchen wir dann einfach bei der nächsten… ist ja ein ne Weile hin…. 5 Jahre oder so :mrgreen:

Und jetzt mal sehen ob ich auch nen Film hochladen kann *g*

ups :-? kann ich offenbar nicht…. wer bringt mir bei wie ich das Filmchen bearbeiten und vor allem kleiner machen kann?

Lieber Gott

In der letzten Nacht hast Du einen neuen Engel bekommen,
es war ein trauriger Engel der sich auf den Weg zu Dir gemacht hat.
Bitte sei gut zu ihm und tröste seine unglückliche Seele.
Drück ihn von mir und sag ihm, dass er mir hier unendlich fehlen wird.
Gib ihm einen guten Platz an Deiner Seite und lass ihn über seine Familie und Freunde wachen,
tröste ihn, wenn er sieht, wie wir hier unten um ihn weinen,
schenke ihm das Gefühl des Glückes und segne ihn.
Vergib ihm, dass er in seiner Verzweiflung keinen anderen Weg wußte,
gib ihm den Frieden, den er gesucht hat, als sich auf den Weg zu Dir gemacht hat
und zeige ihm, dass er in unseren Herzen ein Zuhause gefunden hat und wir ihm ein bleibendes Andenken bewahren.
Lass ihn wissen, dass er ein wichtiger Mensch in meinem Leben war.
Er war immer für mich da und mein treuer Wegbegleiter.
Schenke ihm die Liebe, die er uns geschenkt hat,
und nehme alle Last von seinem Herzen.

Und ab und zu, wenn alles dunkel und grau ist, dann lass diesen Engel ein wenig an meiner Seiter wachen und mich vor Fehlern bewahren, so wie er es in der Vergangenheit als mein Freund getan hat.

Fotos werden nie vergessen

Fotographie war das liebste Hobby meines besten Freundes. Ich stelle hier den Link ein in der Hoffnung, dass so seine Bilder niemals vergessen werden. Auch den Link zu seinem Blog werde ich in der Blogroll belassen.

Schaut sie Euch einfach mal an.