Probearbeiten

Hieß es noch am Dienstag, das ich kommende oder die Woche drauf probearbeiten sollte, ging doch alles plötzlich viel schneller.

Am Mittwoch kam schon der Anruf, ob ich nicht am Freitag schon Zeit hätte um einen Tag dort ins Büro zu kommen. Na logisch hatte ich Zeit :o)

Also hab ich mich am Freitag wieder in die Kompetenzkutte geworfen und bin um 9.30 Uhr angetreten. Netterweise startete der Tag erstmal mit einem gemeinsamen Frühstück, dass einer der Herren dort ausgegeben hatte. Ist ja auch mal ganz nett und so konnte ich mir die Herren (von den vermutlich zwei Damen im Büro war am Freitag keine da) schon mal anschauen und ein bisschen einschätzen. Altersmäßig ist alles vertreten von Azubi von 18 oder 19 Jahren bis Seniorkollegen Ende 50 /Anfang 60. Der Chef ist liegt ziemlich in er Mitte, er ist 35.

Anders als in dem Büro in dem meine Freundin arbeitet scheint es hier einen sehr guten Zusammenhalt zu geben und es wird viel Wert darauf gelegt das Teamgefühl zu fördern. So wird anscheinend auch regelmäßig gemeinsam was unternommen. Unter anderem haben die Herren schon mal geklärt ob ich bowlen kann und wenn ja wie gut oder schlecht.

Später gab es dann ein paar allgemeine Erklärungen und danach bin ich mit eine der Außendienstler losgezogen. Zum Feierabend gab es dann noch einen gemütlichen Kaffee und ich hab zusammen mit dem Chef den Abwasch erledigt.

Ich fand es faszinierend, dass die mir schon das Gefühl vermittelten, als würde ich schon dazu gehören.

Nun muss ich morgen wieder hin. Dann gibt es Feedback zu Freitag und – wenn das Feedback gut ausfällt – eine Liste mit Unterlagen, die noch beigebracht werden müssen. In weiser Voraussicht hab ich gestern schon das polizeiliche Führungszeugnis bestellt.

In der Geschäftsstelle hatte ich am Freitag noch erfahren, dass – wenn alles klappt – am 01.11. das Assessmentcenter ansteht. Danach würde dann die endgültige Entscheidung fallen ob ich den Job kriege oder nicht.

Verlockend wäre es schon. Deutlich mehr Gehalt als bisher in der Hausverwaltung, 14 (in Worten: Vierzehn) Monatsgehälter, volle VL, Prämien und nach einem Jahr betriebliche Altersvorsorge sind nur ein paar der Bonbons… 

Bitte bitte gaaaanz viele Daumen drücken, das wäre soooooo coooool :lol:

Fragen-Stöckchen

Nadinchen hat mich mit einem Stöckchen beworfen. Und nachdem es etwas getrocknet ist konnte ich es auch endlich zurecht schnitzen. Das Stöckchen sind Fragen die es zu beantworten gilt:

1. Es ist bald Weihnachten, was würdest du dir vom Weihnachtsmann wünschen?

Als erstes würde ich mir wünschen, dass ich einen Tag vorm ersten Advent einschlafe und erst am zweiten Januar wieder aufwache, aber da der Weihnachtsmann erst an Weihnachten kommt würde das wohl doch nicht klappen. Also würde ich mir vom Weihnachtsmann wünschen, ein Jahr lang einfach immer nur das Gefühl zu haben, dass alles richtig und gut ist.
2. Welchen Traumberuf hattest du als Kind?

Das glaubt mir jetzt keiner, aber auf der Abschlussfeier der vierten Klasse bin ich mit stolzgeschwellter Brust zu unserem Pfarrer marschiert (sein Sohn war in meiner Klasse) und habe ihm eröffnet, dass ich Pastorin werde. Erzählt das bloß nicht weiter :mrgreen:
3. Welchen bezahlbaren und auch erfüllbaren Wunsch gibt es für dich?

Eigentlich sind meine Hauptwünsche Reisen in verschiedene Städte. Als da wären Paris, London, Edinburg, Barcelona, Rom etc. Ich denke in relativ absehbarer Zeit wird die eine oder andere Städtereise endlich in Planung gehen.
4. Was ist für dich das schlimmste Erlebnis in deinem bisherigen Leben?

hm… spontan würde ich sagen der Selbstmord meines besten Freundes. Es gab noch das eine oder andere Erlebnis, dass ich ähnlich schrecklich fand, aber auf Grund des zeitlichen Abstandes erscheinen sie heute nicht mehr ganz so schlimm.
5. Wer ist dein Lieblingsmensch?

Ich hab furchtbar viele Lieblingsmenschen. Nämlich die, auf die ich mich blind verlassen kann und die immer für mich da sind. Das merke ich in den letzten Wochen gerade wieder besonders. Ansonsten gibt es da noch diesen einen Lieblingsmenschen, aber darauf kann und will ich nicht näher eingehen.
6. Was magst du in deinem Haus/deiner Wohnung/deinem Zimmer nicht und würdest du gerne entsorgen?

Also eigentlich finde ich hier alles soweit gut. Ist ja auch gerade alle erst neu eingerichtet. Das eine oder andere könnte man hübscher oder praktischer lösen aber so wie es ist komm ich gut zurecht.
7. Was würdest du gerne können?

Malen oder Gitarre spielen. Zum Malen fehlt mir defintiv das Talent und zum Gitarre lernen einfach die Geduld. Ich hab ein oder zweimal mit Unterricht angefangen aber es mangelte einfach am Durchhaltevermögen. Achja und inzwischen mangelt es auch an der Gitarre :wink:
8. Bist du mit dir zufrieden?

Nein, nicht wirklich. Aber ich arbeite daran, dass ich wieder mit mir zufrieden sein kann.

Sodele, nun braucht es noch acht Fragen, um das Stöckchen den nächsten an den Kopf zu werfen. Also mal überlegen.

1. Wenn Du einen Punkt in Deinen Leben korrigieren könntest, welcher wäre das?

2. Wenn Du in einem James Bond mitspielen dürftest, welche Rolle würdest Du spielen wollen und warum?

3. Was ist Dein größter Traum?

4. Wenn Du heute einen Beruf wählen solltest, wäre es der, den Du hast oder würdest Du Dir einen anderen aussuchen?

5. Wenn Du ohne Rücksicht auf Finanzen, Freunde oder Familie wählen könntest, wo Du leben willst, was wäre dann Dein Zuhause?

6. Welches Buch ist das nächste, das Du lesen willst?

7. Welches Hobby würdest Du gerne vertiefen?

8. Was ist für Dich persönlich Glück?

Und dieses Stöckchen werfe ich jetzt mal Fairytalez, CousinchenS, Lauffrau, Xminatorclaud, und nedo zu.

 Auf geht’s Mädels :o)

Von einer die auszog ein Haus zu verkaufen

Ja, stimmt, da war ja noch was. Ich hab da ja noch diese Hütte an den Hacken, die ich verkaufen will. Ich weiß, ich bin eine faule Sau und komme nicht dazu zu bloggen :-?   aber ich gelobe Besserung.

Also da war ja noch das Haus. Dass meine Mieter den Mietvertrag gekündigt hatten wisst Ihr schon. Es gab dann auch recht schnell einen Interessenten. Der wollte erstmal handeln. War ja klar. OK, heimlich still und leise hatte ich natürlich gehofft, dass einer kommt und einfach den ausgeschriebenen Kaufpreis zahlt.

Ich hatte mich dann lange mit meinen Eltern und dem Banker meines Vertrauens dem das Haus in Wahrheit gehört beraten. Ergebnis war, ich hab bei dem Kaufpreis was übrig. „Nur“ die Hälfte im Vergleich zum ausgeschrieben Preis, aber besser als nix.

Soweit so gut. Nun musste der Kaufinteressent noch das ok von der Bank haben. Wer kann schon ein ganzes Haus in bar bezahlen?!? Es zog und zog sich, dann hieß es, der Interessent wolle noch ein weiteres Finanzierungsangebot. Und dann ward er nicht mehr gesehen. Da hat die Bank wohl nicht so mitgespielt.

Zufällig tauchte aber zeitgleich ein anderer Interessent auf. Der wollte das Haus auch. Genau gesagt sogar immernoch. Das ganze gestaltete sich jedoch etwas schwierig. Der Herr ist selbstständig und das mögen kleine Banken in der norddeutschen Tiefebene gar nicht gerne. Vonwegen Risiko und so. Zuerst wollten Sie aber einen Eigenkapitalnachweis. Eine Woche später war der da. Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich erwartete quasi schon den Notartermin.

Aber nein, zu früh gefreut. Da war ja noch was. Der braucht ja für den Rest noch die Finanzierungszusage. Sollte ja theoretisch kein Problem sein….  theoretisch

Praktisch war es eins. Da er selbstständig ist traute sich weder ein Sachbearbeiter noch einer der Abteilungsleiter dieser großen Bank mit dem verdrehten roten Fragezeichen (Ihr wisst schon :wink:  )  eine Entscheidung zu treffen und den Kredit zu bewilligen. Statt dessen wurde der schwarze Peter an die nächste Etage hochgeschoben. (Mit dem Herrn der nun zuständig ist haben mein Makler und ich früher eng zusammen gearbeitet *g*)

Nun saß ich also schon am Freitag und Montag wie auf Kohlen und habe auf Rückmeldung von meinem Makler gewartet. Heute kam sie nun endlich.

Die Finanzierung ist bewilligt!! *strike*  Morgen steht noch ein Termin vor Ort an, und danach will mir der Makler schnellstmöglich den Notartermin mitteilen. Also sooo viel kann eigentlich nicht mehr schief gehen. Auch wenn die Hütte jetzt vermutlich etwas muddelig aussieht. Am Wochenende sind nämlich meine Mieter ausgezogen. Einen Monat zu früh.

Und während ich vorhin meiner Freundin die frohe Botschaft berichtete, stellte sie eine echt pfiffige Frage….  die ich aber nicht beantworten konnte:

Für wieviel will der die Hütte denn kaufen???

Ich hab keine Ahnung… also warte ich morgen auf zwei Überraschungen, wann der Notartermin stattfinden soll und was mein Kontostand hinterher sagt! :mrgreen:

Vorstellungsgespräche

Brav wie ich bin schreib ich natürlich auch Bewerbungen. Auf die Stellen die ich will und auf die Stellen die ich muss. Jedenfalls weitestgehend. Auf 25Std-Jobs bewerbe ich mich nicht. Auch wenn mich die Bundesagentur für Arbeit damit erschlägt. Ich würd ja von meiner Arbeit gerne auch meine Rechnungen und meine Miete bezahlen können :mrgreen:

Das erste Vorstellungsgespräch ist mittlerweile schon ein paar Wochen her. Eine der Stellen die super klingen, die ich aber auch keinen Fall haben wollte. Das hätte nämlich bedeutet, dass ich zurück in die Heimat ziehen müsste. Bzw. wenn es nach der Firma gegangen wäre in die Mitte zwischen hier und der Heimat. Und das wollte ich ja nun so gar nicht. Nochmal bei null anfangen muss derzeit echt nicht sein. Dummerweise machte die Firma einen supertollen Eindruck, die Leute da machten einen supernetten Eindruck und die fanden auch noch toll was ich so gesagt habe. Zum Glück hab ich letzte Woche trotzdem die Absage bekommen. Die hatten allerdings auch 10 Vorstellungsgespräche da.

Heute war das nächste Vorstellungsgespräch. Und das ist ein Job den ich wirklich will!! Eine Versicherung. Mit Außendienst und allem was dazu gehört. Ich hab früher sowas in der Art schon mal gemacht und es hat mir immer mächtig Spaß gemacht. Vor einem halben Jahr ist meine Freundin bei der gleichen Gesellschaft angefangen. Und sie fühlt sich da wirklich wohl. Und, was ja auch eine Rolle spielt, dort wird wesentlich besser bezahlt als in einer Hausverwaltung.

Das Gespräch lief soweit gut. Der zukünftige Vorgesetzte machte schon am Freitag am Telefon einen total netten Eindruck und der hat sich heute durchaus bestätigt. Wir schienen schon irgendwie auf einer Welle zu sein. Das Gespräch dauerte auch recht lange. Über eine Stunde. Das ist ja eher selten. Er hat mir erzählt, was genau sie suchen, welche Erwartungen sie haben, wie die weiteren Schritte wären, etc. Zwischendurch war es richtig lustig. Dummerweise fällt mir ja immer nix passendes ein wenn die Frage nach den Stärken und Schwächen kommt. Da hab ich jedesmal ein Blackout. Ich werd mir da wohl mal ein paar Notizen machen und auswendig lernen :wink:

Naja, soweit ist es anscheinend gut gelaufen. In der nächsten oder übernächsten Woche soll ich einen Tag zur Probe arbeiten bzw. einen Kollegen einen Tag lang begleiten. Dort wollen die dann sehen, ob ich in der Lage bin Kunden zu begrüßen und zu verabschieden. Fachlich hab ich da noch nix zu tun. Das kommt später in den Schulungen.

Danach muss ich dann noch einiges an Papier beibringen. Es ist erschreckend, was die alles wissen wollen. Erstaunlich, dass sie keine Auflistung der Kinderkrankheiten und schriftliche Bestätigungen der bisherigen Lebensabschnittsgefährten haben wollen :lol:

Aber was die genau haben wollen erzähle ich Euch, wenne soweit ist. Derzeit weiß ich das nur in groben Zügen von meiner Freundin. Aber ganz ehrlich, bei dem Grundgehalt, den Sozialleistungen und den späteren Einkommensmöglichkeiten hab ich dabei kein Bauchweh. Ich bin nunmal käuflich.

Soweit hab ich jedenfalls erstmal ein gutes Gefühl und warte nun auf den Anruf wann der nächste Step angesagt ist.

Blöd ist nur, dass unter anderem Pflicht ist, dass man in Kompetenzkluft aufläuft. Ich bin ja nun wirklich der Jeanstyp. Wobei ich ja der Meinung bin, dass frau auch in Jeans durchaus chic aussehen kann.

Da ich schon zwei oder drei Wochen wußte, dass ich die Einladung zum Gespräch bekomme, hatte ich aber vorsorglich so einen Kompetenzdress erstanden. Aber ganz ehrlich, in so einem langweiligen schwarzen Hosenanzug mit weißem Blüschen seh ich irgendwie komisch aus. Echt jetzt…  das wäre eher was für den nächsten Karneval. Und nein, ich stell davon kein Foto ins Netz :lol:

Jedenfalls tut es gut, dass endlich mal wieder etwas passiert das sich gut anfühlt.

– Fortsetzung folgt –

Lethargie

So geht es nicht weiter!! Wenn ich nicht gerade irgendwelche Familienangehörigen oder Freund als Krankentaxi durch die Gegend chauffiere oder anderweitig eingespannt werde, sitze ich auf dem Sofa und wachse fest.

Jeden Tag nehme ich mir vor, dies und das zu tun, aufzuräumen, putzen, einkaufen…. und dann wird es dunkel und ich habe nix getan. Ich stehe auf, lange nachdem eigentlich schon der Wecker klingelte, verkrümel mich mit meinem Kaffee auf dem Sofa unter der Decke, starte das Noti und das war’s!!

Wenn es ein guter Tag ist schaffe ich es immerhin den Abwasch zu erledigen oder die Waschmaschine zu starten. Heute habe ich sogar geschafft einige Sachen zu erledigen. Schublade flicken, Schrank ausrichten, Bilder aufhängen, Uhr aufhängen…. alles in allem vielleicht eine Stunde Arbeit. Wenn überhaupt.

Das bin nicht ich!!

Und es geht mir nicht gut damit. Ich bin erschöpft vom Nixtun, könnte ewig schlafen und wenn jemand anruft hab ich fast Schiss, dass mich jemand besuchen kommen möchte.

Ich muss ganz dringend die Kurve kriegen!!! Immerhin schreib ich fleißig meine Bewerbungen. Dazu brauch ich ja auch nichts weiter tun als am Noti zu tippen. Alles was darüber hinaus geht Pustekuchen.

Wenn ich jetzt nicht die Kurve kriege muss ich mir was einfallen lassen. Zumal es bestimmt nicht besser wird wenn ich mit mir unzufrieden bin.

Gute Nachrichten kommen derzeit auch keine. Nichtmal vom Makler, obwohl es Interessenten gibt und jetzt alles nur noch an der Bank hängt.

Wenn das nächste Woche nicht besser wird, dann werde ich mir professionelle Hilfe suchen müssen. So funktioniert es jedenfalls nicht. Ich geh ja nicht mal mehr zu Sport.

Wer wollte mir neulich noch mit Stahlkappenschuhen in den Hintern treten? Steht das Angebot noch?

Erinnerungen

Die Nacht senkt sich über die Stadt. Was machst Du gerade? Sitzt Du auf einer Wolke während wir uns das Hirn zermartern?

Während ich am Sonntag mit Deinem Vater und Deiner Schwester in Deiner Wohnung war kamen viele Erinnerungen hoch. Die beiden waren so lieb. Dein Vater hat mich hundert Mal gedrückt und mir ein Erinnerungsstück nach dem anderen ins Auto getragen. Hätte ich das Auto nicht zu gemacht hätte er noch mehr reingelegt. Ich musste ihm versprechen, dass ich ihn besuchen werde.

Ich hatte Dich damals schon ein paar Monate regelmäßig in unserer Stammkneipe gesehen. Du warst sehr ruhig und zurückhaltend, saßt immer auf dem gleichen Platz an der Theke mit direktem Blick auf die Eingangstür. Du rührtest Dich den ganzen Abend nicht von dem Platz weg. Und jeder der etwas von Dir wollte ging selbstverständlich zu Dir.

Vier Monate später lernten wir uns zufällig kennen. Eigentlich wollte ich an dem Tag meinen Geburtstag feiern. Aber ein Bekannter meines damaligen Freundes feierte am gleichen Tag. Also verschob ich meine Feier und alle gingen zu dem Bekannten. Er hatte das komplette Wohnzimmer mit Matratzen ausgelegt und alle lümmelten sich irgendwo hin. Irgendwann kamen wir ins Gespräch. Er war der 28.10.1988, ich war 17 Jahre und einen Tag alt. Du fandest das sehr lustig und wolltest es nicht glauben, bis ich Dir meinen Perso zeigte.

Zu späterer Stunde war mein Freund betrunken und ich wurde müde. Ich lag auf einer der Matratzen und döste vor mich hin, auf der einen Seite saß mein Freund und unterhielt sich, auf der anderen Seite lagst Du neben mir und streicheltest mein Gesicht. Ich begreife heute noch nicht, warum mein Freund Dir keins auf die Finger gab.

Du hattest versprochen eine Woche später auf meine Party zu kommen…  und hast Dich nicht getraut. Dabei hatte ich Dir sogar drei Tage nach unserem Kennenlernen zum Geburtstag gratuliert. Später hab ich Dich dafür ordentlich rund gemacht. Es dauerte noch fast ein Jahr, in dem wir regelmäßig Musikcassetten tauschten, alleine im Wagen meines Freundes Musik hörten, bis alles klar war.

Eigentlich war ich immer noch mit meinem Freund zusammen. Aber der hatte nix besseres zu tun als drei Wochen alleine nach Portugal zu fahren. Wir gingen zusammen aus. Im Dorf war ein Fest, wir waren auf dem Rummel, später als es abkühlte legtest Du mir Deine Jacke um die Schulter. Später erfuhren wir, dass die Eltern meines damaligen Freundes das gesehen hatten und ein paar Tage später ebenfalls nach Portugal flogen. In dem Moment war alles klar, wir gehörten zusammen.

Nach einem Jahr und einer kurzen Trennung kam die gemeinsame Wohnung. Es gab Höhen und Tiefen, wie in jeder Partnerschaft. Aber wir haben nie den Respekt voreinander verloren. Auch nicht, als ich erwachsen geworden war und nach 5 Jahren die Trennung wollte. Anfangs wolltest Du es nicht akzeptieren, aber Du hattest keine andere Wahl. Nachdem wir beide alleine in andere Wohnungen gezogen waren, konnte ich trotzdem jederzeit auf Deine Hilfe zählen.

Dann lerntest Du eine andere kennen, wir verloren uns aus den Augen. Aber regelmäßig fanden wir uns irgendwo im Internet und telefonierten. Zwölf Jahre später standen wir uns zum ersten Mal wieder gegenüber. Du hattest Dich von Deiner Freundin getrennt, ich war gerade dabei meine Trennung vorzubereiten.

Wir konnten reden als wäre kein Tag vergangen seit wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Waren genauso vertraut miteinander wie wir es immer waren. Haben uns geholfen, viel geredet und eine kleine Weile hätte es vielleicht wieder mehr werden können. Aber irgendwie wollten wir es beide nicht. Wir hatten uns zu unterschiedlich weiterentwickelt. So wurde es eine wunderbare vertraute Freundschaft mit tiefen Gesprächen und gegenseitiger Hilfe.

Nun halte ich all die Dinge in Händen, die Du damals von mir bekommen hast. Das silberne Armband mit dem eingravierten Namen. Mein erstes Geburtstagsgeschenk an Dich als wir ein Paar waren. Die Kette mit dem Skorpion, die Kette mit dem Namensanhänger, die Kette mit Deinem Namen die ich damals trug. Die Briefe die ich Dir geschrieben habe als wir kurzeitig getrennt waren. Ich wußte gar nicht, dass wir soviel geschrieben haben. Alles hattest Du aufbewahrt, genau wie ich, und alles lag obenauf in Deinem Schrank. Warum nur?

Es gab so viele schöne Momente in unserem Leben. Damals wie heute. Letztes Jahr Berlin, die Weltreise die Du mir so lange versprochen hattest und zu der Du mit mir nach Arnheim in den Zoo gefahren warst.  Und wir hatten so viele Pläne. Du wolltest mir Paris zeigen und London. Wir wollten so viel entdecken. Nochmal nach Arnheim in den Zoo, Silvester feiern, wie die letzten Jahre. Wir wollten nach Amsterdam, nach Wien… Du wolltest nochmal nach Amerika

Ich hoffe Du schaust tatsächlich von irgendwo auf uns herunter und es geht Dir gut!!!